Wie sicher ist die sog. französische Aromatherapie?
Die französische, wissenschaftlich-medizinische Aromatherapie verwendet oftmals höhere Konzentrationen (und teilweise auch eine orale Einnahme) ätherischer Öle. Wer diese Herangehensweise zum ersten Mal sieht, stellt sich schnell die Frage:
Ist das denn sicher?
Lass mich dir ein paar Gegenfragen stellen: Ist Wasser sicher? Sind Autos sicher? Ist eine Schere sicher? Ist eine Kopfschmerztablette sicher? Ist ein Porzellanteller sicher?
Wenn du drüber nachdenkst, wirst du merken, dass es fast nichts im Alltag gibt, das man in „komplett sicher“ oder „viel zu gefährlich“ einteilen kann, denn es geht immer um die Handhabung: Wie geht man mit einer Sache um?
Hinter dieser Handhabung steckt Wissen:
- Um sicher mit Wasser umgehen zu können, muss ich wissen, dass man kochendes Wasser nicht über die Hand gießen darf. Um bevor ich ins tiefe Wasser springe, sollte ich schwimmen gelernt haben.
- Um ein Auto zu fahren, muss ich die Verkehrsregeln kennen. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Dinge, die man beherrschen muss, weshalb niemand ohne voriges Fahrtraining und -prüfung am Steuer sitzen darf.
Dies könnte man auf viele andere Dinge im Alltag ausweiten: Sicherheit ist vom Wissen und entsprechender Handhabung abhängig. Anders ausgedrückt: eine fachkundige und verantwortungsbewusste Anwendung reduziert weitestgehend die Risiken einer Sache oder schließt sie sogar aus.
Was hat das mit ätherischen Ölen zu tun?
Eine Menge! In vielen Texten zur Aromatherapie liest man das von Paracelsus stammende Zitat: "Die Dosis macht das Gift". Manche interpretieren den Satz dann folgendermaßen: "Wenn man ätherische Öle ausreichend verdünnt, sind sie harmlos."
Die sogenannte französische, wissenschaftliche Aromatherapie hat als Schwerpunkt die Verwendung ätherischer Öle bei Krankheiten und körperlichen sowie seelischen Beschwerden. Wäre "harmlos" das, was man dabei anstrebt?? Nein, man möchte, dass die therapeutischen Eigenschaften ätherischer Öle möglichst effektiv, schnell und wirksam zum Einsatz kommen, ohne aber unerwünschte Wirkungen hervorzurufen. Das heißt: ätherische Öle sollen sicher, aber eben nicht harmlos, sein.
Das wiederum erscheint auf erstem Blick in sich ein Paradox, denn aus der Pharmazie kennt man den Satz "Wenn etwas wirksam ist, hat es auch Nebenwirkungen". Nun gibt es aber einen großen Unterschied zwischen der medizinischen Aromatherapie und herkömmlichen Medikamenten: die französische Aromatherapie setzt (idealerweise) ein individuelles Vorgehen voraus. Du wirst, wenn du meinen Artikel liest, schnell begreifen, was ich damit meine. Bei Medikamenten ist eine individuelle Vorgehensweise, d. h. eine "Individualisierung" des Präparates, in der Regel nicht möglich: man muss das Medikament so, wie es ist, in der empfohlenen Dosierung einnehmen und dabei das Risiko von Nebenwirkungen in Ermangelung an Alternativen in Kauf nehmen.
Das Minimieren von Risiken wird in der französischen, wissenschaftlichen Aromatherapie nicht dadurch erreicht, dass ätherische Öle so schwach verdünnt werden, dass ihre Effizienz darunter leidet. Sondern: das Minimieren von Risiken wird durch ausgiebiges Fachwissen und eine damit verbundene sachkundige Anwendung und eine individuelle Vorgehensweise erreicht.
Geht das noch genauer?
Wenn du zu den Lesern gehörst, die gerne mehr über die französische Aromatherapie erfahren würden, möchte ich dir eine ausführlichere Antwort geben. Dabei beschreibe ich dir auch kurz, wie ein in Frankreich geschulter Aromatherapeut vorgehen würde. Vorab aber noch eine wichtige Feststellung:
"Französische Aromatherapie" ist kein geschützer Begriff, daher muss ich das vorab definieren: Ich beziehe mich in diesem Artikel auf die wissenschaftliche, medizinische Aromatherapie, wie ich sie in meiner Ausbildung bei AMSOAM kennengelernt habe. In Deutschland ist für eine solche Arbeit als Aromatherapeut, neben einer Aromatherapieausbildung, der Abschluss eines Medizinstudiums oder eine bestandene Heilpraktikerprüfung erforderlich, denn sie ist medinizinisch ausgerichtet. Dieser Artikel dient nur zur allgemeinen Information und ist keine Handlungsanleitung!
Und noch ein Hinweis: Ich schreibe diesen Artikel nicht in medizinischem Fachjargon, sondern leicht verständlichem Deutsch, damit es für alle leicht lesbar ist (außerdem fühle ich persönlich mich mit dieser Sprache persönlich wohler).
Was muss ein Aromatherapeut in Frankreich wissen, um ätherische Öle möglichst wirksam und möglichst sicher zu verwenden?
Im Folgenden siehst du Punkte, die Teil einer seriösen Ausbildung in der französischen Aromatherapie sind. Dieses Wissen ist unumgänglich, um ätherische Öle möglichst sicher zu verwenden. Jeder der folgenden Punkte erfordert ausgiebiges Fachwissen - was erklärt, weshalb es nicht möglich ist, die französische Aromatherapie durch ein Buch, ein Wochenend-Seminar oder über Youtube zu lernen: das benötigte Wissen wäre viel zu umfangreich.
1. Welche therapeutischen Eigenschaften, die bestimmte ätherische Öle aufweisen können, sind bei einer bestimmten Krankheit notwendig?
In der medizinisch ausgerichteten Aromatherapie gibt es eine ganze Reihe von bekannten therapeutischen Eigenschaften, welche ätherische Öle aufweisen können. Hier ein paar Beispiele: antiviral, blutstillend, sedatif, blutdrucksenkend, nervenregulierend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd und vieles mehr. Jedes einzelne ätherische Öl besitzt, dank der Vielzahl seiner Moleküle und deren gegenseitigem Zusammenspiel in diesem Öl, in der Regel mehrere therapeutische Eigenschaften, für die es in der Aromatherapie eingesetzt werden kann. Das ist ein großer Unterschied zu Medikamenten, welche gewöhnlich nur einen oder wenige Wirkstoffe enthalten und auch nur für eine oder wenige Indikationen eingesetzt werden können.
Doch natürlich enthält nicht jedes ätherische Öl alle Eigenschaften. Wie du in meinem Buch nachlesen kannst, ist jedes ätherische Öl anders.
Nun aber zurück zur französischen Aromatherapie: Die erste Entscheidung, die ein Aromatherapeuten (Arzt / Heilpraktiker mit entsprechender Ausbildung) treffen muss, ist die Frage, welche spezifischen therapeutischen Eigenschaften überhaupt erwünscht und notwendig sind.
Beispiel: Für eine Bronchitis mit zähem Schleim wären das die Eigenschaften...
- schleimverflüssigend (fluidifierend: hartnäckiger Schleim soll flüssiger werden)
- schleimlösend (festsitzender Schleim soll gelöst oder "entklebt" werden, um besser abtransportiert werden zu können)
- auswurffördernd (damit der gelöste Schleim „rauskommt“, um es mit einfachen Worten zu sagen. Hier wird die Aktivität der Flimmerhäarchen, die für den Schleimabtransport zuständig sind, gefördert)
- in manchen Fällen bronchienentspannend (was eine Linderung von Husten zur Folge haben kann)
- entzündungshemmend / immunmodulierend (die körpereigenen Selbstheilungskräfte werden unterstützt)
- antiviral und antiinfektiös (um die Ursache zu bekämpfen und/oder eine Zweitinfektion zu vermeiden)
Du siehst: ohne medizinische (pathologische, physiologische und anatomische) Grundkenntnisse geht es nicht.
Gleichzeitig muss man auch wissen, welche ätherische Öle diese Eigenschaften haben. Die therapeutischen Eigenschaften, die ätherische Öle aufweisen, können sehr spezifisch sein. Ich nenne dir als Beispiel die Eigenschaft "auswurffördernd". Hier gäbe es eine Reihe von ätherischen Ölen, die zur Auswahl stehen und die sich durch einen höheren Anteil des Moleküls 1,8 Cineol auszeichnen. Doch unter diesen Ölen gibt es wiederum große Unterschiede. So sind manche gerade bei Erkrankungen der unteren Atemwege / Bronchen geeignet, während sich andere wiederum bei den oberen Atemwege bewährt haben.
2. Welche Anwendungswege sind hier angebracht und geeignet?
Je nach Beschwerde/ Indikation sind die empfohlenen Anwendungswege anders. Hier in Deutschland würde man bei Atemwegsbeschwerden vermutlich erstmal ans Einatmen ätherischer Öle (z. B. in Form eines Raumduftes) denken oder bei Erkältung/Bronchitis an einen Brustbalsam. Aber so wie ich die französische Aromatherapie erlernt habe, wäre es dort anders: Bei Atemwegsbeschwerden würde man vor allem den Anwendungsweg über die Haut in Form eines Hautöls nehmen, den Anwendungsweg des Einatmens und, wenn der Schweregrad der Erkrankung dies erfordert, zusätzlich entweder Zäpfchen (ja, du hast richtig gelesen!) oder Kapseln.
Warum diese Anwendungswege? All dies ist Teil der Ausbildung, es würde den Rahmen sprengen, wenn ich das jetzt näher erklären würde. Ich überspringe daher die Frage und komme gleich zum nächsten wichtigen Aspekt:
Auch wenn man weiß, welche Anwendungswege bei welchen Krankheiten angebracht sind, dann reicht dieses Wissen nicht aus. Denn es kommt hinzu: Nicht alle Anwendungswege sind für jeden geeignet.
Beispiel: Bei Asthmatikern würde man das Einatmen von ätherischen Ölen vermeiden. Bei Menschen mit Neurodermitis oder einer stark reaktiven Haut würde man Hautanwendungen vermeiden oder nur unter bestimmten Bedingungen wählen. Bei Schwangeren oder Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder mit bestimmten Medikamenten würde man den oralen Anwendungsweg (d. h. Kapseln oder Tropfen) vermeiden. Und so weiter.
3. Welche ätherischen Öle haben die gewünschten Eigenschaften und sind a) für diese Indikation, b) für diesen Anwendungsweg UND c) für diese Person geeignet?
Angenommen, man hat über die erforderlichen therapeutischen Eigenschaften und die angebrachten sowie möglichen Anwendungswege entschieden, geht es nun zur Aswahl der ätherischen Öle. Welche ätherischen Öle haben die gewünschten Eigenschaften UND sind noch dazu für den gewählten Anwendungsweg geeignet?
Um zurück zum Beispiel der Eigenschaft "auswurffördernd" zu kommen: Hier gäbe es eine ganze Reihe ätherischer Öle: Eukalyptus globulus, Eukalyptus radiata, Niaouli, Cajeput, Ravintsara, Saro, grüne Myrte und weitere. Nun wird zwar allen diesen Ölen dieselbe Eigenschaft zugeschrieben, aber dennoch gibt es unter ihnen Feinheiten und Unterschiede. Und dann muss man noch wissen, welche dieser ätherischen Öle für welchen Anwendungsweg geeignet sind! Viele ätherischen Öle mit einem höheren 1,8-Cineo-Anteil (wozu die Genannten zählen) sind beispielsweise für Hautanwendungen geeignet, aber nicht für den oralen Weg als Kapseln oder Tropfen, da sie als schwer verdaulich gelten und selbst verdünnt zu Verdauungsproblemen führen könnten. ABER es gibt unter den 1,8-Cineol-haltigen Ölen auch welche, die sehr gut verdaulich bzw. sogar verdauungsfördernd sind und welche für Kapseln verwendet werden könnten (die richtige Verdünnung, Dosierung, das Beachten möglicher Kontraindikationen und weiteres vorausgesetzt).
Dann gibt es aber noch einen dritten Aspekt zu beachten: Nicht jedes ätherische Öl ist bei jedem Menschen gleichermaßen geeignet! Es gibt ätherische Öle, die bei bestimmten Personen aufgrund der individuellen Verfassung, möglicher Vorerkrankungen u. ä. kontraindiziert sind. Auch dies muss man wissen: Welche Risiken und welche Kontraindikationen bestehen bei welchen ätherischen Ölen?
Neben Kenntnis der einzelnen ätherischen Öle ist es also immer wichtig, zu wissen, was die Verfassung einer Person ist. Ohne Anamnesegespräch geht es nicht! Handelt es sich um ein Kind, eine Schwangere oder Stillende, eine bettlägige und stark geschwächte Person? Welche Vorerkrankungen hat die Person (hat sie z. B. Bluthochdruck, Herzprobleme, eine hormonabhängige Krankheit, Psoriasis, Allergien, Schilddrüsenerkrankung, Krebs, Leberschwäche, eine fehlende Gallenblase, Asthma, Epilepsie, eine Neigung zu Krämpfen o. ä.)? Nimmt die Person Medikamente und wenn ja, welche? Welche Kontraindikationen zu ätherischen Ölen sind in diesem Fall zu beachten? Wie ist ihre psychische Verfassung, gibt es spezielle Duftabneigungen oder -vorlieben? Ist die Person in der Lage, einem Aroma-Protokoll zu folgen? Diese und weitere Fragen sind sehr wichtig für die Abwägung, welche ätherischen Öle im vorliegenden Fall verwendet werden können, damit unerwünschte Wirkungen, Wechselwirkungen mit Medikamenten und ähnliches vermieden werden können.
4. Welche Konzentration und Dosierung ist notwendig UND in diesem Fall auch möglich und sicher?
Was den Verdünnungsgrad ätherischer Öle bei Hautanwendungen angeht, gibt es keine pauschale Richtlinie, die für alles und alle gleich ist. Es hängt immer ganz davon ab,
- was die Indikation ist (manchmal ist eine höhere Konzentration notwendig, manchmal jedoch nicht nötig oder nicht möglich)
- welche ätherischen Öle zum Einsatz kommen sollen (ist ein ätherisches Öl gut hautverträglich, stark hautreizend oder hat es andere Risiken?)
- an welcher Körperstelle die ätherischen Öle eingesetzt werden sollen (ist es eine kleine oder große Stelle? Ist es eine sensible Hautzone?)
- in welcher Dosierung (d. h. wie viele Tropfen pro Anwendung sollen zum Einsatz kommen?)
- wie lange das Hautöl verwendet werden soll (je öfter und länger, desto stärker muss verdünnt werden)
- und was die Toleranzschwelle der Person ist, welche Vorerkrankungen bestehen etc.
In der französischen Aromatherapie wird nach dem Motto vorgegangen "so viel wie nötig, so wenig wie möglich".
Sowohl die Fragen „wie viel ist nötig?“ als auch die Frage „wie viel ist möglich?“ können nicht pauschal beantwortet werden, sondern hängt immer von der jeweiligen Beschwerde, dem Zustand der Person sowie den oben genannten Faktoren ab.
5. Weitere Punkte
Daneben gibt es zahlreiche weitere Punkte, die in der französischen Aromatherapie gelehrt werden und die zur Sicherheit dazu zählen, z. B. die Verwendung von Synergien, das Beachten des biochemischen Zusammenspiels der ätherischen Öle in einer Synergie, Kenntnis über Dosierungen, Verdünnungen, Anwendungsdauern etc.
Da bei Verwendung ätherischer Öle, wie sie in der medizinischen Aromatherapie eingesetzt wird, so viele Aspekte gleichzeitig beachtet werden müssen, vergleiche ich die Abwägung der Sicherheit in meinem Buch nicht mit einem Ein- und Ausschalter (d. h. "sicher" - "nicht sicher"), sondern eher mit einem Mischpult, bei dem es mehrere Regler und Einstellungen gibt, die man berücksichtigen muss.
Das klingt kompliziert? Nun, ich kann dich beruhigen: Für einen Alltagsgebrauch - z. B. wenn man Hautcremes oder Deos herstellen möchte oder wenn man ätherische Öle fürs Wohlbefinden oder für Wellness verwenden möchte - braucht es ja keine hohen Dosierungen (und sollte es auch gar nicht geben!). Wenn man ätherische Öle nur stark verdünnt verwendet (d .h. < 2 Prozent, bei sensiblen Personen und Kindern sogar weitaus weniger), muss man selbstverständlich nicht so viele Aspekte beachten.
Die Sicherheit in der französischen Aromatherapie
Die Sicherheit bei Anwendung ätherischer Öle in der französischen Aromatherapie beruht folglich auf:
1. Fachwissen zu ätherischen Ölen, ihren Eigenschaften, Risiken, Kontraindikationen und Wirkungen auf den Körper
2. Genaue Kenntnis der körperlichen und seelischen Verfassung der Person, bei der die Öle angewandt werden sollen
3. Ein Protokoll, an welches der Anwender sich zu halten hat: wie viel Tropfen einer Ölmischung sollen im vorliegenden Fall zum Einsatz kommen? Wie oft am Tag? Wie lange?
Zur Erklärung: NIEMALS wird ein Hautöl einfach auf die Hand gegossen, um eine Körperstelle damit einzureiben!! Man geht auch nicht "nach Gefühl" vor; die erstellten Empfehlungen von Aromatherapeuten erlauben keinen kreativen Handlungsspielraum. Vom Anwender wird erwartet, denselben Respekt beim Umgang zu haben wie man es von Medikamenten gewohnt wäre: hier würde ja auch niemand eine doppelte Menge von Tabletten einnehmen oder die Dosierung nach Belieben umändern. Sollte die Person aus irgendeinem Grund nicht in der Lage sein, einem Protokoll verantwortungsbewusst zu folgen, muss man das berücksichtigen und eventuell entsprechende Änderungen vornehmen. Sicherheit hat immer Vorrang!
Generelle Sicherheitsregeln
Darüber hinaus gibt es in der französischen Aromatherapie generelle Sicherheitsregeln, die es IMMER zu beachten gilt. Dazu gehören zum Beispiel Hautverträglichkeitstests bei Hautölen oder die Pausentage.
Da Pausentage (fenêtres thérapeutiques) im deutschsprachigen Raum eher unbekannt sind, möchte ich es kurz erklären: Es werden bei der französischen Aromatherapie IMMER Tage eingeräumt, an denen keinerlei ätherische Öle eingesetzt werden (nicht einmal als Raumduft!). Entweder gibt es 2 Pausentage pro Woche oder, falls eine ununterbrochene Anwendung ätherischer Öle notwendig ist, maximal 3 Wochen Anwendung mit anschließend mindestens (!!) 7 Tagen Pause. Diese Pausentage haben vor allem drei Zwecke:
- Sicherheit. Ätherische Moleküle könnten sich mit der Zeit im Körper akkumulieren und eventuell die Leber o. ä. belasten.
- Vermeidung von eventuellen Gewöhnungsseffekten undFörderung der Autonomie des Körpers: Man möchte die Selbständigkeit und Unabhängigkeit des Körpers unterstützen.
Woher kommt das Wissen der französischen Aromatherapie?
Wenn dich diese Frage interessiert, möchte ich dich bitten, meinen Reiseführer in die Welt der ätherischen Öle zu lesen, da ich diese Frage dort beantworte. Hier würde es den Platz sprengen.
Fazit
Eine höhere Konzentration und/oder ein oraler Anwendungsweg, wie sie in der französischen Aromatherapie zum Einsatz kommen können (vorausgesetzt, dass dies sowohl notwendig / indiziert ist, als auch im individuellen Fall geeignet/sicher) hat einen großen Vorteil: die ätherischen Moleküle können ihre Eigenschaften und die damit verbundene Wirksamkeit bestmöglich entfalten.
ABER es erfordert ausgiebiges, umfassendes Fachwissen! In Deutschland ist diese Behandlungsform zudem entsprechend ausgebildeten Ärzten und staatlich geprüften Heilpraktikern vorbehalten.
Eine Selbstmedikation mit ätherischen Ölen nach "französischem Vorbild" ist ohne dieses umfassende Fachwissen sowie medizinisches Grundwissen NICHT möglich! Das wäre so, als würde ein 12jähriger Junge sich hinters Steuer setzen, weil er seinen Vater dabei beobachtet hat, wie man das Zündschloss und die Gangschaltung betätigt. Aber zum sicheren Autofahren gehört mehr dazu. Ätherische Öle, die höher konzentriert sind oder längere Zeit verwendet werden oder innerlich genommen werden, sind nicht (mehr) harmlos. Daher ist für die Verwendung ein umfangreiches, detailliertes Fachwissen nötig - ansonsten können unerwünschte Wirkungen oder gar Schäden auftreten!